2010 - Besuch der Regens-Wagner-Einrichtung

Empfang auf dem Roten Teppich


Die Delegation in einer Werkstatt

Bei der Besichtigung der Regens Wagner Stiftung durch die Arbeitsgemeinschaft der SPD Rund um den Rauhen Kulm wurden die Genossen über den roten Teppich zur Fahnenstickerei, dem ältesten Arbeitszweig der Stiftung geführt.

Bei der Führung der SPD Gruppe durch den Gesamtleitenden Peter Miltenberger erfuhren diese alles Wissens und bestaunenswerte dieser in der Region wohl einmaligen Institution. Über allem Stand der Leitspruch des Grüners – Ich finde meinen Weg.

Beginnend mit den Arbeitsplätzen der Behinderten in verschiedenen Werkstätten - vom Bau von Kugelschreibern und Markern – Über die Metallwerkstatt die Teile unter anderem für einen großen Fenster – und Dachdienstleister der Region herstellt, bis hin zur Landwirtschaft und der Fahnenstickerei und der Herstellung von Weihnachtskarten und einer größeren Wäscherei - all das konnte besichtigt und bewundert werden.

In vier Werkstätten werden aus Einzelteilen Stifte und Marker fürs Büro hergestellt. In diesen werden mit selbst entwickelten Maschinen, die auf die Bedürfnisse der einzelnen Behinderungen zugeschnitten sind bis zu 750.000 Stifte im Jahr zusammengebaut und gebrauchsfertig gemacht.

Im gleichen Gebäude liegen die beiden Metallwerkstätten und eine Reparaturwerkstatt für die Betriebseigenen Maschinen. Ebenfalls ist hier die Wäscherei untergebracht. Sie wäscht bis zu vier Tonnen Wäsche pro Woche, bügelt und Faltet diese. Dabei kann auch für Privatpersonen gewaschen werden.

Für die Großkunden wie die Bereitschaftspolizei in Sulzbach und verschiedene Hotels in der Region wird diese ausgeliefert. Kleinere Kunden müssen Ihre Wäsche selber bringen und können diese nach Vereinbarung wieder abholen.
Die Wäscherei unterliegt hier wie alle anderen Bereiche der Hauseigenen Qualitätspolitik. Zum Beispiel sind die Bereiche der verschmutzten und der sauberen Wäsche streng getrennt.

Insgesamt werden die Anforderungen der Arbeit an die Art und Stärke der Leistungsfähigkeit der einzelnen Betreuten angepasst. Es geht hier von ziemlich anspruchsvollen Arbeiten in Werkstatt bis zum Falten von Weihnachtskarten. Andere arbeiten in der eigenen Landwirtschaft wo Bullenmast, Schweinemast und Hühnerhaltung betrieben wird. ( 100 Jungbullen, 300 Schweine und 4000 Hühner) Dazu gibt es einen umfangreichen Gartenbereich mit Nutzpflanzen. Diese beiden Einrichtungen dienen in der Hauptsache der eigenen Versorgung und werden in der eigenen Großküche verarbeitet.

Hier kommt die Grundhaltung des Stifters zum Ausdruck der sagte, “Wer uns Arbeit gibt, gibt uns Brot.“

Für die nicht Arbeitsfähigen gibt es so genannte Fördergruppen. Hier liegt der Betreuerschlüssel bei ca 1 zu 4. Die 12 Gruppen bestehen aus sieben bis acht Behinderten und werden von früh bis Abend betreut. Hier geht es darum die einzelnen Personen nicht einfach zu verwahren, sondern nach Möglichkeit zu fördern, und Ihre Situation zu verbessern. Hierfür stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, vom Klangzimmer über das Großbad bis zum Werkraum mit Töpfern und Musikinstrumenten.

Ein Hauptteil der Arbeit liegt jedoch bei der Betreuung der Behinderten.
In den Häusern sind 230 ganz und ca. 30 Teilzeit (d.h. tagsüber) untergebracht. Die voll untergebrachten bewegen sich in Wohngruppen mit einem Betreuer.

Des weiteren gehört im Haupthaus der Stiftung, dem alten Benediktinerkloster aus dem 12.Jahrhundert die Fahnenstickerei, Die Hauptküche und die Altenpflegestation zur Stifung. Hier taucht auch der rote Teppich auf, der durch die breiten Gänge und Treppenhäuser führt. Die Stickerei wird traditionell geleitet von den Schwestern des Franziskanerordens . Hier werden vor allem Fahnen und Fahnenbänder gestickt und restauriert. Es werden auch liturgische Gewänder bestickt und teilweise richtige Kunstwerke gestaltet, die es auch zu kaufen gibt. In der Hauptküche wird das Essen für die insgesamt 260 Betreuten und die 300 Angestellten (Voll-und Teilzeit) bereitet.

Die Altenpflege ist aus dem allgemeinen Geschäftbetrieb ausgegliedert und wird nach SGB12 finanziert. Hier sind zumeist die Älteren und Pflegebedürftigen Behinderten untergebracht, die teilweise schon seit Jahrzehnten in der Stiftung untergebracht sind. Außerdem ist noch erwähnenswert die Klosterkirche die unmittelbar an die Gemeindekirche angrenzt und mit einem exquisiten Altar der Gebrüder Asam ausgestattet ist.

Am Ende der Führung wurde bei einem kleinen Imbiss noch die Geschichte der Stiftung erzählt und die Erfahrungen in einer regen Diskussion aufgearbeitet.
Die Regens Wagner Stiftung in Michelfeld besteht seit 125 Jahren und wurde 1885 als letzte Einrichtung von Regens Wagner persönlich gegründet. Ursprünglich für Gehörlose gedacht wurde sie im 20 Jahrhundert erweitert und auf alle Behinderungen ausgedehnt. Der Aufbau erfolgte mit den Franziskanerinnen die allerdings im Laufe der Jahre immer mehr durch angestellte ersetzt werden mussten. Bis 1980 waren nur Frauen zugelassen.
Mittlerweile ist der Stand in den Werkstätten bei 50/50 und in den nächsten 20 Jahren wird dann auch im Altenheim die Verteilung erreicht werden.

Der Hauptsitz der Stiftung ist in Dillingen. Sie ist aber in ganz Bayern vertreten und betreut insgesamt 4500 Behinderte mit ca. 6000 Mitarbeitern. Im Raum Auerbach ist sie mittlerweile der zweitgrößte Arbeitgeber und bildet in verschiedenen Berufen aus.

Zum Abschluß der Diskussion lobte Alfred Schuster die Arbeit der Stiftung und nannte sie einen Meilenstein auf dem Weg zu gleichen Verhältnissen für alle.
Gleichzeitig beklagte er jedoch die unterschiedliche Förderung innerhalb von Bayern, wo die Oberpfalz und Oberfranken als Stiefkinder behandelt würden.
Von den anderen Teilnehmern wurde angeregt, dem Förderverein beizutreten, und Michaela Wirner schlug vor von den Ortsvereinen aus für eine Rollstuhlschaukel zu spenden.

Das letzte Wort kam von Peter Miltenberger, der sagte: „Durch die Arbeit mit den Behinderten gewinnt man den Blick auf das wesentliche im Leben.“

 


Die Fahnenstickerei

 


Liebe zu den Menschen

 


Nachdenkliches

 


Gepflegte Anlagen

 

Bürgermeisterkandidat Thomas Ott

Mandatsträger

Europaabgeordneter Ismail Ertug

MdB Uli Grötsch

MdL Annette Karl

Bezirksrätin Brigitte Scharf

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